7000 Eisenstadt

Historische Gartendenkmalpflege und moderne Nutzungsbedürfnisse wurden hier in Einklang gebracht. Ein interaktiver Planungsprozess machte es möglich.

BauherrIn Verein zur Pachtung, Erhaltung und Pflege des Esterházy´schen Schlossparks in Eisenstadt

Planungs- und Ausführungszeitraum 1998 bis 2003

Grundstücksfläche (Projektgebiet)

Parkpflegewerk ca. 36 ha
Parkwegerestaurierung Leopoldinentempel 5.640 m²
Rekonstruktion Orangerieparterre 14.000 m²

Beschreibung

Insgesamt misst das bedeutende Gartendenkmal Esterhàzy Schlosspark 44 ha. Der Planungsraum umfasste die Orangerie mit südlichem Parterre. Seit 1998 wurden Nutzungsmöglichkeiten und Restaurierung dieses Bereiches intensiv diskutiert. Ab 2001 erfolgte die Erweiterung um die im Norden anschließende Gartenterrasse, den Bereich der Kastanienallee im Süden und im Westen die Wegeanbindung an den Leopoldinentempel. Im Vorfeld  der Detailplanung war ein Nutzungskonzept für das zu restaurierende Parterre mit vier möglichen Varianten zu erstellen.

Vor dem Orangeriehaus wurde die repräsentative historische Parterregestaltung wiederhergestellt. Unmittelbar vor dem Oktogon bildet ein großes Wasserbecken den architektonischen Mittelpunkt der Anlage. Das Gerüst der Parterregestaltung wird im Osten und Westen dank der Kompartimente deutlich sichtbar. Diese sind grobstrukturell durch Wege gegliedert. Im Süden wird der Raum mit formierten Scharlach-Kastanien-Bäumen an der neu errichteten Balustrade gerahmt. Im Osten und Westen bilden dichte Gehölzkulissen den Abschuss der Raumkonzeption.

Ziel der Planung war, die für die neuen Nutzungen notwendigen Adaptierungen als spannungsreiches Nebeneinander von Alt und Neu zu gestalten. Die gartendenkmalgerechte, dem Entwurf des k.u.k. Hofgartendirektors Anton Umlauft entsprechende Wiederherstellung steht den klar sichtbaren zeitgenössischen Eingriffen gegenüber.

Die beiden unmittelbar an das zentrale Wasserbecken anschließenden Kompartimente mussten den Nutzungsansprüchen weichen. An ihre Stelle tritt eine freie Kiesfläche, somit ein „Zitat“ der vom französischen Architekten Charles de Moreau geschaffenen Parterregestaltung des frühen 19. Jahrhunderts.

Für vereinzelt im Jahr stattfindende Großveranstaltungen musste zusätzlicher Aktionsraum im Bereich der beiden mittleren Kompartimente geschaffen werden. Dies konnte mit einem speziellen technischen Bodenaufbau realisiert werden, welcher große Verkehrslasten aufnehmen kann und dabei gleichzeitig über die eingebrachte dreidimensionale Maschenstruktur die Selbstlockerung der Rasenvegetationsschichte bei Belastung bewirkt. Die zentral aufgestellten Eibenkegel befinden sich in abgesenkten Pflanzenkübeln, damit sie vor Veranstaltungen entfernt werden können.

Unsere Leistungen
(gem. HO-LAP Honorarleitlinie für Landschaftsplanung und Landschaftspflege, Stand 1.12.2004 der BAIK)

  • Masterplanung

  • Planung
    Vorentwurf - Entwurf - Ausführungsplanung - Kostenermittlungsgrundlage - künstlerische Oberleitung - geschäftliche Oberleitung; inkl. Bepflanzungsplanung und Bewilligungsplanung

  • Örtliche Aufsicht